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Foto: Bernd Brundert

Robert F. Martin   

Robert (Jahrgang 1986) wuchs in Wiesbaden auf, machte Zivildienst in Berlin, wollte studieren, sattelte aber auf "was Handfestes" um: Schauspiel! Abschluss 2010 an der Schauspielschule "Art of Acting" in Berlin, dann Theaterrollen an verschiedenen Bühnen (Kammerspiele Dresden, FEZ Berlin, Deutsche Bühne Ungarn u.a.), Kurzfilme und Hörspiele. Seit Mai 2015 spielt er am Prime Time Theater, bei GUTES WEDDING SCHECHTES WEDDING. Robert Martin ist jemand, der sich selbst und die Umstände nicht so ernst nimmt, und doch das Wesentliche im Blick zu haben scheint.

Interview

Warum ausgerechnet Schauspiel, was fasziniert dich daran? 

Robert: Ein Kunsterzieher meinte einmal, ich hätte ein gewisses Gespür für´s Schauspiel, und daran hab ich mich gehalten. Beim Spielen kann ich mich austoben, das macht mir großen Spaß. Ich hatte nie den brennenden Wunsch, dabei die Tiefen des menschlichen Geheimnisses zu ergründen." (lacht)

Immer Spaß haben? Das klingt ja wie jeden Tag Kindergeburtstag!

Robert: Na ja, die Organisation des Alltags stellt ein Problem dar, denn als Freiberufler musst du ständig die Augen nach neuen Jobs offen halten. Damit vergeht viel Zeit, Leute treffen, Ideen besprechen. Und zuhause warten dann 50 neue Mails auf dich, die du beantworten musst, es könnte ja was Wichtiges dabei sein.

Du wurdest im ersten Anlauf an der Schauspielschule genommen, hast das Handwerk gelernt. Welche Techniken oder Traditionen bevorzugst du?

Robert: Große Freiberufler wie der 2009 verstorbene Fritz Muliar, der viele kleine interessante Jobs hatte, finde ich gut. Synchron, Film, Theater, Hörspiel - zeig mir ein Mikro und ich spreche rein. (lacht). Den Othello muß ich nicht unbedingt spielen, hat Muliar, der Volksschauspieler mal gesagt. Das ist bei mir genauso.

Du machst Film und Theater. Was unterscheidet die Arbeit in den Genres?

Robert: Ich glaube, dass beides sehr ähnlich funktioniert: Ich arbeite den Text haarklein durch und überlege mir eine sinnvolle Interpretation. Für's Theater muss ich das dann etwas deutlicher spielen, damit auch die hinteren Reihen was davon haben.

Du hast am Theater (moderne) Klassiker gespielt, spielst derzeit auch Comedy. Was ist gute Comedy für dich?

Robert: Gute Comedy ist für mich, eine alltägliche Sache soweit zu übertreiben, dass eine erschreckende Wahrheit sichtbar wird, vor der ich mich in ein Lachen flüchte. Klar soweit?

Klar. Was kannst du zu deinem aktuellen Studium der Filmproduktion bei der „filmArche“ sagen?

Robert: Die "filmArche Berlin" ist eine selbstorganisierte Filmschule in Neukölln. Jedes Mitglied ist für die Gestaltung und Durchführung des Unterrichts selbst verantwortlich. Das funktioniert gut, du baust schnell ein Netzwerk auf. Jetzt im Mai werden die ersten Filme von uns gedreht. Das ist sehr aufregend.

Was motiviert dich, bei GUTES WEDDING SCHLECHTES WEDDING mitzuspielen?

Robert: Der Austausch im Team. Jeder kann seine Ideen einbringen. Dadurch bleiben die erzählten Geschichten knackfrisch und am Zahn der Zeit.

Ab GWSW Folge 98 spielst du "Herrn Jahnke", einen etwas merkwürdigen Supermarktbetreiber. Was ist das für ein Typ?

Robert: Der Herr Jahnke hat das Potential, ein interessanter Bösewicht für den Wedding zu werden. Vielleicht sogar für die ganze Welt!

Interview: Jana Sittnick

Website Robert F. Martin