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Foto: Thomas Leidig


Philipp Lang

Studierte Schauspiel von 2007 bis 2010 an der Schule für Schauspiel Hamburg. Er spielt seit seinem 15. Lebensjahr aktiv Schlagzeug und trainiert ebenso lange intensiv Aikido.

Direkt nach der Ausbildung fing er am Altonaer Theater an, wo er in „Robin Hood“, „Herr Lehmann“ und die „Die Feuerzangenbowle“ zu sehen war. Daneben spielte er im Scharlatan Theater in diversen Produktionen und machte dort auch als komischer Kellner in dem Programm „Kollege kommt gleich“ diverse Firmenveranstaltungen europaweit unsicher. Zuletzt war er in Hamburg im „Zerbrochenen Krug“ in der „Burg-Theater am Biedermannplatz“ zu sehen.

Seit Februar 2013 ist er Ensemblemitglied im prime time theater und spielt hier u.a. Aggro Andi, Ole Fischkopf, Tömle, Muschido, Nerd Felix und den Kreuzberger Türken Orkan.

Interview

Wann/wo bist du geboren? (evtl. wann kamst du nach Berlin?)

Ich bin 1987 in Hamburg-Wandsbek geboren und bin Ende 2012 nach Berlin gezogen.

Wie kamst du zur Schauspielerei?

Ich hatte eigentlich meine gesamte Schulzeit überhaupt keine Ahnung, was ich machen will. Also so gar keine. Dann hat aber ein guter Freund von mir ein Theaterstück geschrieben und mir die Hauptrolle gegeben. Zum ersten Mal habe ich wirkliche Leidenschaft bei der Arbeit verspürt. Ich dachte mir, wenn ich davon jetzt auch noch Leben könnte, ist alles geritzt.

Hast du eine Technik zur Stoffaneignung?

Ich lerne zunächst den Text so gut es geht, um eine Grundlage zu haben. Wenn diese Grundlage da ist, probiere ich viel aus, eher impulsiv. Ich denke sehr wenig über das nach, was ich da tue, zumindest nicht mit dem Kopf. Ich suche dann nach einem bestimmten Gefühl. Dieses Gefühl tritt ein, wenn das, was ich mache, organisch, authentisch und leicht wird. Das geht manchmal sehr schnell, manchmal dauert es aber auch.

Welche Technik/Ausrichtung/Stile bevorzugst du?

Keine bestimmte. Grundsätzlich aber eher intuitiv, als verkopft. Eher praktisch, als theoretisch. Ich trainiere schon sehr lange Aikido. Dort habe ich gelernt, dass man eine richtige Bewegung nicht lernt, indem man nach sie sich mit vielen Worten erklären lässt. Man muss beobachten, offen sein, alles ausprobieren, niemals beurteilen. Nicht reden, sondern machen. So probiere ich es auch im Schauspiel zu machen. Ich vertraue eher meinem Bauch, als meinem Kopf. Der Kopf kann wahnsinnig viel Unsinn produzieren. Der Bauch eigentlich nie.

Siehst du dich in einer Tradition?

Meine großen Vorbilder die Schauspieler aus der Saturday Night Live Rige aus den USA. Sie sind verrückt, authentisch, auf den Punkt und einfach saukomisch. So will ich auch sein bzw. so will ich auch arbeiten.

Wie lange bist du bei GWSW, welche Figuren hast du verkörpert, gibt es deine EINE Lieblingsfigur?  

Ich bin seit 2013 bei GWSW und ich habe Aggro Andi, Tömle, Orkan, Muschido, Felix Müller, Dr. Vinci, Martin u.v.m. gespielt. Meine Liebelingsfigur ist Felix Müller, er lebt in seiner eigenen Welt. Hat ein eigenes Zeitempfinden. Und er ist im höchsten Maße ehrlich zu sich selbst.

Was ist für dich das Faszinierende generell am Spielen? Was ist das Anstrengendste/Nervigste?

Das Faszinierende ist, dass man jeden Abend so viele Leute kommen und uns dabei zukucken, wie wir“ Blödsinn“ machen und glücklich nach Hause gehen. Schlechte Gefühle sind ansteckend. Gute aber eben auch und es macht Spaß etwas zu den guten beizutragen. Davon könnte die Welt mehr vertragen.
Anstrengend und nervig ist es, wenn man es selber manchmal nicht mehr schafft, das zu leben, was wir auf der Bühne vermitteln und unnötig negativ ist. Das bleibt aber bei dem hohen Pensum, dass wir haben, leider nicht aus. Das ist manchmal schade.

Was ist für dich der grundlegende Unterschied Komödie – Drama?

Im besten Fall, sollte es keinen Unterschied geben. Ein Drama muss auch manchmal witzig sein und eine Komödie muss auch ernste Passagen haben. Der Unterschied ist dann wohl die Gewichtung.

Was motiviert dich, am PTT mitzuspielen?

Dass jeden Abend so viele Leute da sind. Dass, wir etwas machen, wonach sich die Leute, die immer wieder kommen, tatsächlich sehnen. Ich bin stolz darauf, ein Teil davon zu sein.

Was assoziierst / verbindest du mit „Theater im Wedding“?

Der Wedding ist ein Stadtteil, wo man nicht unbedingt ein Theater erwartet. Umso schöner ist es, dass es eins gibt und was so ist, wie der Stadtteil, authentisch und liebevoll.

Hast du weitere Projekte? Pläne/Ideen? – wenn ja, welche?

Viele Ideen. Ich würde gerne wieder mehr Aikido trainieren, als Schauspieler auch mal wieder neue Sachen probieren und mich in der Stand Up Comedy ausprobieren. Alles ist bei dem Pensum am Theater leider nicht möglich, also mache ich eins nach dem anderen.

Text: Jana Sittnick

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