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Foto: Christoph Gateau

Noémi Dabrowski  

Die gebürtige Berlinerin (Jahrgang 1991) mit französisch-polnisch-amerikanischen Wurzeln fühlt sich wohl im Wedding, spätestens seit ihrem Engagement am Prime Time Theater. In der Krimiparodie "CSI: WEDDING" spielt sie Senay, eine Spezialistin für Fingerabdrücke. Im Ermittlungsteam der Crime Scene Investigation ist sie - dank Polizist Schneider - nicht der einzige Freak. Senay mit "Migrationshintergrund" und Gothic-Klamotten macht dem wilden Wedding aber alle Ehre.

Noémi ist in dieser Rolle auch auf Straßenslang spezialisiert. Sie beschreibt das so: "Senay ist schlau, auch wenn man es durch ihre Ausdrucksweise nicht immer glaubt. Ihr größtes Vorbild ist Frau Trinidad, jedoch würde Senay das niemals zugeben. Von außen scheint sie tough und rotzfrech, aber sie sucht nach Anerkennung und freut sich über jedes noch so kleine Kompliment von ihrer Chefin. Wenn sie es doch mal wagt ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen, benutzt sie dafür ihre Lieblingswörter "Abo und Cüs".

Noémi "leckte Blut" am Schauspiel, als sie mit 13 den Teenie-Kultfilm "La Boum" mit Sophie Marceau sah. Sie wollte so spielen wie Sophie, guckte alle Filme mit dem französischen Star und bewarb sich schließlich auf Drängen des Bruders bei der Schauspielschule. Während ihrer Ausbildung bei "Art of Acting" in Berlin (2011-2014) spielte Noémi in Stücken von Shakespeare, Brecht und Ionesco, und danach Off-Theater in Frankfurt am Main. Die Schauspielerei ist für sie "der schönste Beruf", auch wenn sie um die Unsicherheiten und Existenzängste als Künstlerin weiß.

In der Comedy fühlt sie sich wohl. Wichtig sei es, dass die Rolle ihre Situation ernst nimmt, "aber immer mit einem zwinkernden Auge", sagt sie, "dann wird es meistens erst witzig. Sie sollte sich nicht selbst feiern, sondern das dem Publikum überlassen". Übertreiben dürfe man schon im komischen Fach, so Noémi, "naturalistisch" sollte die Darstellung aber auch sein, die Balance zwischen Realität und Fiktion sei eintscheidend. Wie im richtigen Leben.

Text: Jana Sittnick