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Foto: Alan Ovaska

Julia Franzke  - Steckbrief                                 

Julia Franzke, 1983 in Schwedt geboren und in Berlin aufgewachsen, arbeitet nach dem Abitur bei der TV-Show GIGA als Netzreporterin. Als die Jugendsendung 2006 eingestellt wird, springt sie für eine TV-Rolle ein. 2006 bis 2008 studiert sie an der STARTER Schauspielschule für Film und Fernsehen in Berlin. Sie spielt in Bertosz Werners Kinofilm "Unkraut im Paradies", im TV-Drama "Herbstwind" und in dem schrägen Berlin-Film „Der Mann im Spagat“ von Timo Jacobs. Seit 2012 gehört Julia zum GWSW-Ensemble und spielt hier (u.a. als Mutti aus Hassleben und Mauerblümchen Clarissa) ihre Trümpfe aus: Emotion, Energie und jede Menge Comedy-Talent. Aktuell rettet sie als Prenzlberger Übermutti Lore die Menschheit.

"Augen zu und durch!" - Interview

Julia, deine Anfänge beim TV sahen gut aus, als Reporterin. Du hast dich dann für den unsicheren Schauspielberuf entschieden. Warum?

Weil ich ihn liebe! Ich bin sehr emotional und mein ganzes kleines Universum dreht sich um Gefühle. Diese kann ich in vielerlei Hinsicht auf der Bühne ausleben. Außerdem hasse ich Routine, und nichts ist unbeständiger als das Leben als Schauspielerin!

Du bist als „zufällige Zweitbesetzung“ zum Film gekommen.

Das war eine Mini-Rolle für ein Sat1-Movie, da ist jemand abgesprungen, und meine Komparsen-Agentur schickte mich hin. Das war es, im selben Jahr noch bin ich an die  Schauspielschule gegangen.

Deine Performance in GUTES WEDDING SCHLECHTES WEDDING ist glaubhaft und auf den Punkt gespielt. Wie erarbeitest du dir deine GWSW-Rollen?

Gute Frage - meistens nach dem Motto: Augen zu und durch. Wir haben ja nicht viel Zeit zum Üben. Ich nehme dann einfach an, was meine Intuition mir gerade bietet. Am Ende kann ich froh sein, wenn der Text sitzt (lacht). Im Laufe des Spiels bauen wir die Rollen weiter aus.

Du hast TV-Dramen wie „Herbstwind“ gedreht und am „Concordia Bremen" in dem brutalen Gesellschaftsstück "Jagdszenen aus Niederbayern" gespielt. Am Prime Time Theater machst du Comedy. Was ist das Besondere am Comedy – Fach?

Es ist wohl die Freude an der Arbeit. Wir befassen uns mit leichten Themen, müssen nicht allzu sehr in der Tiefe unserer Emotionen graben. Damit beende ich einen Tag anders als wenn ich jeden Abend spielen müsste, dass mein Romeo gestorben ist. 

Hast du Vorbilder?

Viele Schauspieler finde ich grandios: Ryan Gosling, Denzel Washington, Scarlett Johansson, die Liste könnte endlos sein. Trotzdem denke ich, wir müssen am Ende unsere ganz eigenen Wege gehen, unseren eigenen Ausdruck finden.

Du bist seit drei Jahren als „Feste Freie“ am Prime Time Theater. Was liegt noch an?

Ich spiele sehr gern bei GWSW, und konzentriere mich dann auf die abendlichen Vorstellungen, da bleibt nicht viel Zeit für andere Projekte. Vor kurzem habe ich mit meinen Kollegen Cynthia Buchheim und Philipp Lau eine Szene für das self made shorty festival eingereicht. In der Hoffnung, dass man gesehen und in den absoluten Hauptrollen besetzt wird! (lacht) Ich habe große Lust auf Drama, auf Kino. Ich liebe Fatih Akins Arbeit und hoffe sehr, dass ich mal die Chance bekomme, mit ihm zu drehen.

Interview: Jana Sittnick

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