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Foto: Annina Kryger

Cynthia Buchheim - Steckbrief

Besuchte 2007 - 2010 die Schauspielschule Berlin-Charlottenburg. Sie hat eine Gesangs- und Tanzausbildung und ist Gründerin, Darstellerin und Regisseurin des 2010 ins Leben gerufenen Burlesque-Projekts „Les Petites Rouges“ und Mitglied der Musikgruppe „DicknClit“. Ihre Rollen in „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“ sind seit fünf Jahren: die Fitnessfanatikerin Jutta von Da, Petra Sonne, Pferdemädchen Steffi, Magdalena Schrof, Punkerin Ratte und Theresa, die Aromatherapeutin aus Prenzlberg. Seit 2009 steht sie immer mal wieder vor der Kamera. Zuletzt für den Kurzfilm „Zwei Paar Schuh“, bei dem sie die Hauptrolle spielt.

"Ich habe keine Lieblingsrolle" - Interview

Vor kurzem lief das Berlin Burlesque Festival. Die erotisch-kabarettistische Performance, bei der es auch um Parodie und Travestie geht und nie um nackte Brüste, ist nun bei einem breiteren Publikum angekommen. Du selbst machst seit 2008 Burlesque. Worin liegt der Reiz für dich, im Ausziehen, Verführen, Spielen mit den Gesten?

Ich bin damals zufällig im Internet auf die „Teaserettes“ gestoßen, die Burlesque-Kurse anboten. Mein Tanzlehrer an der Schauspielschule sagte immer, ich sei irgendwie skurril in meinen Bewegungen, und da dachte ich mir: "Machste mal was für deine Grazie".

Und – hat es funktioniert?

Ja (lacht), und es brachte mich dazu, meine Sinnlichkeit neu zu entdecken. Immerhin zieht man sich vor Publikum aus, zelebriert Weiblichkeit auf der Bühne. Das machte mir so viel Spaß, dass ich - aka Mary Puppet - dranblieb.

Du hast dann deine eigene Show auf die Beine gestellt.

Ich wollte mehr als tanzen und mich ausziehen. Zusammen mit der Kollegin Barbarella Lichtenstein entwickelten wir "Poelesque". Unsere Shows hießen "Les Petites Rouges", und zeigten Tanz, erotische Lesungen und eigene Stücke. 2016 soll es nach längerer Pause eine neue Performance geben,  gemeinsam mit der Tänzerin Annina Kryger.

Seit 2011 bist du festes Ensemblemitglied im Prime Time Theater, spielst verschiedene Rollen in der GWSW – Comedy. Gibt es eine Lieblingsfigur?

Ich spiele hauptsächlich Ratte, Theresa, Jutta von Da und Ronja. Eine richtige Lieblingsrolle habe ich nicht. Ich mag immer die Rolle, die gerade auf der Bühne ist. Ich hab die ja alle irgendwie mitentwickelt durch meine Spielweise. Deshalb liebe ich die, wie meine Kinder. Da sagt man ja auch nicht: "Den Erstgeborenen mag ich am meisten". Sollte man zumindest nicht.

GWSW funktioniert als Serienformat mit unendlich fortschreibbaren Geschichten und festen Figuren. Alle fünf Wochen gibt es eine neue Folge auf der Bühne. Eure Probenwoche ist kurz. Wie bewältigst du den Stoff vor einer Premiere?

Vor den Proben lese ich den Text immer wieder, damit er unterbewusst hängen bleibt. Bei vielen Rollen weiß ich schon ungefähr, wie die reagieren. Man lernt eher Situationen auswendig als den Text und kann dann  meist automatisch reagieren. Bei Monologen und neuen Rollen ist das anders. Da ist die Devise: lernen, was möglich ist (besonders auf Pointen und entscheidende Details achten) - und auf der Bühne einfach machen! Es kommt schon was raus aus dem Mund. Manchmal entstehen dabei sogar neue Gags.

Was ist das Faszinierende am Spielen?

Ganz viele sein zu dürfen! (lacht) -  und mich auszutoben in Charakteren, die nicht so viel mit mir als Person zu tun haben. Ich bin gern körperlich auf der Bühne und versuche jeder Figur eine eigene Körperhaltung und Stimme zu geben. Manchmal machen die Figuren Dinge, auf die ich als Cynthia nie gekommen wäre. Klingt irgendwie psycho - aber das ist gerade der Reiz! Anstrengend ist, wenn ich körperlich angeschlagen spielen muss. Das hasse ich. Wenn ich nicht alles geben kann und der Rolle nicht gerecht werde.

Du spielst, zusätzlich zu deinen GWSW-Rollen demnächst auch die Hauptrolle im zweiten Teil der Krimikomödie CSI Wedding. Was markiert diese Rolle?

Auf Trinidad freue ich mich tierisch, denn die ist ganz anders. Meine Figuren haben ja fast alle einen Dachschaden. Trinidad ist eher die toughe Ermittlerin und ein bisschen unsympathisch Es ist eine Herausforderung, aus der Figur etwas Liebenswertes heraus zu kitzeln. Mal gucken, ob mir das gelingt.

Du machst auch Filme, da ist Einiges am Start.

Ich habe dieses Jahr in dem Kurzfilm "Quantified Love" mitgewirkt, der auf dem Foresight Filmfestival gezeigt wurde. Dann hab ich mein Erspartes zusammen gerafft, ein kleines Filmteam organisiert und mit Stefanie Spachmann als Drehbuchautorin und Regisseurin und Constanze Behrends in der zweiten Hauptrolle den Kurzfilm "Zwei Paar Schuh" gedreht. Der wird 2016 auf einem Festival zu sehen sein. Hoffentlich. In dem Kinofilm "Erwartungen" von Sebastian Mattukat spiele ich eine kleine Rolle, der Film soll 2016 ins Kino kommen. Ich habe richtig Bock, weiter zu machen mit dem Drehen, und freue mich, dass ich demnächst bei der von Constanze Behrends entwickelten GWSW - Fernsehserie dabei sein kann.

Interview: Jana Sittnick  (Weblink zur Autorin)     

Website Cynthia Buchheim