Foto: Marco Fechner

Alexandra Marinescu - Steckbrief

Alexandra Marinescu wurde 1986 in Ploieşti in Rumänien geboren. Als sie fünf Jahre alt war, gingen die Eltern (Vater Violinist, Mutter Tänzerin) mit ihr nach Deutschland. Sie wuchs behütet in Eisleben, Sachsen-Anhalt auf. Nach dem Abitur ging sie nach Berlin und ließ sich an der Schauspielschule Charlottenburg ausbilden. Seit 2012 ist sie in der Bühnensitcom GUTES WEDDING SCHLECHTES WEDDING am Prime Time Theater zu sehen, zum Beispiel als Cheerleaderin B, Kiezschlampe Sabrina, Rap-Göre Penissilea und Kita-Leiterin Frauke.

"Das Kämpfen hat sich gelohnt." - Interview 

Du spielst, wie alle deine Kollegen bei GUTES WEDDING SCHLECHTES WEDDING, mehrere Rollen an einem Abend. Nach nur vier Tagen Proben muss zur Premiere alles sitzen. Wie kriegst du deine Rollen in den Griff?

Indem ich viel ausprobiere. Ich arbeite meine Rollen genau aus: Wie ist die Mimik der Figur, wie spricht sie, wie bewegt sie sich. Was ziehe ich an, wie schminke ich mich. Das Einspielen im Team ist das A und O, da schwimmt man sich frei. Die Rollen gewinnen auch während der Spielzeit an Kontur. Man guckt, wie das Publikum reagiert und arbeitet damit.

Am Premierenabend, wenn du weißt, gleich musst du raus, wie ist das?

Wie in einer komplett anderen Wahrnehmung! Ein Kribbeln, Adrenalin pur. Nervös bin ich auch, aber das legt sich, sobald ich auf der Bühne bin. Dann gibt es diesen magischen Moment, wo du nichts mehr spürst, nur noch spielst. Dann kommt die Rolle über dich.

Jede GWSW Folge läuft fünf Wochen, ihr spielt an fünf Tagen pro Woche. Darf man mal krank sein?

Solange man laufen kann, geht man raus und spielt. Die Schmerzen sind irgendwann weg.

Wie fing es an mit der Schauspielerei?

Als ich Kind war, nahm mich mein Vater mit ins Puppentheater. Ich weiß noch, ich war ganz still, ganz gebannt vom Geschehen. Mit 12 Jahren hab ich wie verrückt Telenovelas im Fernsehen geguckt, wenn ich in Rumänien im Urlaub war. Ich fand diese verrückten, unrealistischen Geschichten so toll, und wie wahnsinnig emotional das alles war! Ich wollte auch solche verrückten Geschichten erleben! Also wurde ich Schauspielerin.

Die Schauspielschule in Berlin hast du im ersten Anlauf genommen.

Ich wollte nach Berlin, das war klar. Während der Abiturzeit hab ich in Eisleben Theater gespielt, an den Landesbühnen Sachsen-Anhalt. Dann hab ich mich an der Schauspielschule Charlottenburg beworben und wurde genommen. Ich war 20, behütet und völlig naiv. An der Schule lernte ich die Schauspieltechnik, aber auch was über die anderen Seiten des Lebens.

Nach der Schule bist du unsanft in der Realität gelandet. Die Karriere kam nicht in Gang.

Ich habe 100 Bewerbungen verschickt und wurde zu drei Vorspielterminen eingeladen, mehr nicht. Natürlich hab ich weiter geschauspielert, in low budget - Projekten. Und gekellnert, um irgendwie Geld zu verdienen. Am Prime Time Theater hab ich mich 2011 beworben, die suchten eine Schauspielerin, und ich dachte, das ist es, hier will ich hin. Ich hab es sogar bis in die Endrunde geschafft. Und dann – peng – Absage.

Du bist aber doch hier. Zufall oder Fügung?

Ich war ja so wütend! Hab der Theaterleitung geschrieben, dass ich die Richtige bin, und dass ich das alles kann (lacht), und gedanklich war ich auch schon dabei, den Schauspielberuf an den Nagel zu hängen. Ich jobbte Vollzeit im Hard Rock Café. Nach einigen Monaten fragte Oliver Tautorat mich für die Comedy-Talkshow „Sopra“, und im Oktober 2012 spielte ich in meiner ersten GWSW-Folge mit, „Erdbeben“. Seitdem bin ich dabei.

Dann hat sich das Kämpfen gelohnt?

Auf jeden Fall. Ich kann viele Lebenswünsche auf der Bühne ausleben, ich habe einen Beruf, der mich erfüllt. Und ich will die Dinge selbst schaffen, aus eigener Kraft, das ist wohl mein Perfektionismus. Es wenigstens versuchen, egal, ob es am Ende immer gelingt, oder nicht.

Interview: Jana Sittnick

Alexandra Marinescu Webinfo